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Geschäftsbericht 2025

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Text: Fortunat von Planta, Spitaldirektor

Dankbarkeit

Das Jahr 2025 ist ein gutes Jahr für das KSU. Wir behandelten, therapierten und pflegten mehr Patient:innen als je zuvor. Patient:innen, Angehörige, Partnerspitäler und Patientenschutzorganisationen attestieren uns in allen Disziplinen und von allen Berufsgruppen eine sehr gute Qualität. Das ist erfreulich und wichtiger als alle anderen Erfolge und motiviert uns für die Zukunft.

Der Urner Landrat hat auf Antrag der Urner Regierung am 23. September 2025 einer deutlichen Erhöhung der Beiträge für gemeinwirtschaftliche Leistungen von 4.9 Mio. auf 7.2 Mio. auf das Jahr 2026 zugestimmt. Diese grosszügige finanzielle Unterstützung ist mit Blick auf die angespannte Finanzlage unseres Kantons keine Selbstverständlichkeit. Und mit Blick auf das erfreulich gute Jahresergebnis dürfen sich die Urnerinnen und Urner fragen, ob die Erhöhung der Beiträge für gemeinwirtschaftliche Leistungen nicht zu üppig ausgefallen ist. Der Regierungsrat hat in seinem Antrag an den Landrat diese höheren Beiträge ausführlich begründet, beispielsweise mit dem Anstieg der Nutzungsgebühr des Spitalgebäudes oder dem starken Lohndruck im Gesundheitswesen. Eher als Randbemerkung wurde erwähnt, dass das KSU über ausreichend finanzielle Mittel verfügen muss, um in die Weiterentwicklung und in Innovationen zu investieren. Nur so könne das KSU konkurrenzfähig und attraktiv bleiben.

Investitionen in die Zukunft

Das KSU hat in den letzten zwölf Jahren konsequent in die Zukunft investiert. Wir hatten das Glück, unser Spital aus dem Jahr 1963 durch einen Neubau zu ersetzen. Auch konnten wir das Gebäude aus dem Jahr 1997 erneuern. Diese Chance haben wir genutzt, was sich in deutlich steigenden Patientenzahlen und einer stark vereinfachten Personalrekrutierung widerspiegelt. Die Liegenschaft alleine ist jedoch noch keine Garantie für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Das KSU muss ganz allgemein als moderne, auf die Zukunft fokussierte Unternehmung am Markt auftreten können. Die Arbeit von Spitalrat und Spitalleitung ist entsprechend ausgerichtet, sie orientiert sich an der Unternehmensstrategie, die jährlich überprüft und angepasst wird, mit entsprechend sichtbaren Resultaten. 

Beispielsweise haben wir in 28 verschiedenen Berufsgruppen sehr gut ausgebildetes Personal, attraktive Anstellungsbedingungen, eine stabile Informatik, ein herausragendes Restaurant, modernste Medizinaltechnik, einen vorausschauenden Marktauftritt, ein starkes Qualitätsmanagement oder hoch automatisierte Supportprozesse. Wir wappnen uns gegen Cyberkriminalität, setzen auf Digitalisierung, prüfen die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz, integrieren neue Berufsbilder wie Breast and Cancer Nurses oder Physician Associates, bauen unsere Kooperationen aus und definieren zukunftsfähige Sollprozesse, um sie anschliessend schrittweise einzuführen. 

Ohne den notwendigen Innenblick scheint diese Aufzählung ein wenig übertrieben. Tatsächlich haben wir auch im vergangenen Jahr grosse Fortschritte gemacht, um als Unternehmung langfristig erfolgreich zu sein. Für ein besseres Verständnis nennen wir an dieser Stelle einige zentrale Entwicklungsfelder des Jahres 2025:

  • Stärkung der Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Fusschirurgie, der Gefässchirurgie, der Schmerzmedizin oder der Onkologie;
  • Umsetzung des Gesamtarbeitsvertrages inkl. Einführung eines neuen Lohnsystems, mit insgesamt rund 500 neuen Arbeitsverträgen;
  • Überarbeitung und Einführung der Anstellungsbedingungen für Personen, die nicht dem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt sind, mit insgesamt rund 40 neuen Arbeitsverträgen;
  • Erarbeitung und Umsetzung eines Mobilitätskonzepts, in Zusammenarbeit mit der Albert Köchlin Stiftung;
  • Einführung einer völlig neuen ambulanten Tarifstruktur mit ambulanten Fallpauschalen auf den 1. Januar 2026, inkl. Systemanpassungen und interne Schulungen;
  • Durchführung einer anonymen Mitarbeiterbefragung, inkl. Aufarbeitung der Resultate mit den Mitarbeitenden;
  • Reorganisation des Facility Managements und der Logistik, inkl. Definition von neuen Sollprozessen;
  • Stärkung der spitalinternen Cyber Security, in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von anderen Spitälern und ausgewählten Experten;
  • Überarbeitung der Kommunikationsstrategie, inkl. Einführung eines elektronischen Partner-Newsletters;
  • Initialisierung von weitgehenden Standardisierungen bei den Kernprozessen, inkl. Schaffung der hierfür notwendigen Aufbauorganisation.


Ohne ausreichende finanzielle Mittel wären diese Entwicklungen nicht möglich. Es würde zu einem Investitionsstau kommen, der mittelfristig keine zweckmässige und keine wirtschaftliche Leistungserfüllung mehr zulässt. Mit einer veralteten Informatik können beispielsweise viele medizintechnischen Geräte gar nicht eingesetzt werden, und die Nutzung von künstlicher Intelligenz wäre dem Zufall überlassen. Ohne zeitgemässe Anstellungsbedingungen, ohne moderne Infrastruktur und ohne ein wohlüberlegtes Ausbildungskonzept würden uns gut ausgebildete Fachkräfte fehlen. Ohne vorausschauenden Marktauftritt könnten wir die modernen Kommunikationskanäle nicht bespielen. Und ohne den Neu- und Umbau könnten wir verschiedene Leistungen gar nicht mehr anbieten, weil die zuständigen Bundesbehörden dem KSU die notwendigen Bewilligungen entzogen hätten. 

Dankbarkeit

Wir sind dankbar, dass der Urner Landrat mit sehr grosser Mehrheit dem Antrag des Regierungsrates gefolgt ist und die notwendigen Mittel gesprochen hat, damit wir die Zukunft weiterhin proaktiv angehen können. Wir bedanken uns für das entgegengebrachte Vertrauen und versichern, dass wir mit den öffentlichen Mitteln behutsam und immer im Sinne der Sache umgehen. Dem Spagat zwischen unternehmerischem Denken und politischer Wahrnehmung ist Rechnung zu tragen, da wir ein öffentlich-rechtlicher Betrieb sind. Ziel ist, dass wir den Leistungsauftrag des Gesetzgebers und somit die Erwartungen der Urner Bevölkerung stets erfüllen können und dass der Kanton Uri auch in Zukunft ein eigenes und vor allem eigenständiges Spital hat, mit einer sehr gut funktionierenden spitalbasierten Grundversorgung.