Eine hohe Qualität ist im Spital selbstredend zwingend. Aber was heisst gute Qualität? Und wie messe ich Qualität?
Viel wird über Outcome-Messungen gesprochen, wie zum Beispiel Anzahl Infektionen, Stürze, Mortalität oder unerwartete Rehospitalisationen. Dies sind relevante Qualitätsindikatoren. Die Herausforderung ist gleichzeitig, dass diese Indikatoren nur bedingt etwas über die Qualität eines Spitals aussagen.
Zum einen sind Outcome-Indikatoren komplex und die Spitäler nicht so einfach vergleichbar. Noch so gerne würden die Qualitätsverantwortlichen einen Indikator haben, der uns 1:1 aufzeigt, wie unsere Qualität ist. Leider gibt es diesen Indikator nicht. Es laufen national verschiedene Initiativen, um mehr und aussagekräftigere Indikatoren zu entwickeln. Dies ist sehr zu begrüssen, aber auch anspruchsvoll.
Zum zweiten ist das Qualitätsniveau in der Schweiz allgemein hoch. Unterschiede zwischen den Spitälern sind oft auch zufällig und Schwankungen insbesondere bei kleinen Fallzahlen nicht aussagekräftig.
Drittens ergibt sich die Qualität einer Behandlung aus dem Zusammenspiel vieler verschiedener Aspekte. Neben fachlichem Know-how und klaren Prozessen spielen zum Beispiel auch die Qualitäts- und Lernkultur und die interdisziplinäre Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle. Diese Aspekte sind aber quantitativ nur begrenzt mess- und abbildbar.
Internationale Studien zeigen, dass nur ein kleiner Teil der Varianz von Outcome-Kennzahlen zwischen Spitälern durch Qualität erklärbar ist, weshalb man auch wieder etwas wegkommt von einem rein outcome-orientierten Messfokus.
Qualität ist vielschichtig
Um die Qualität gut abzubilden, braucht es einen passenden Mix aus verschiedenen Perspektiven zur Qualität, die klinische Outcomes mit Patientensicht, strukturellen und kulturellen Aspekten verbinden. An Bedeutung gewinnen z.B. patientenorientierte Befragungen wie PROMS («patient related outcome measures» Behandlungserfolg aus Patientensicht) oder PREMS («patient related experience measures» – Patientenerfahrung).
Letztlich gilt es, die vorhandenen Ressourcen für Messungen und zur Qualitätsentwicklung so einzusetzen, dass es nicht der Bürokratie, sondern den Patient:innen zum Nutzen kommt. So gehen wir auch im KSU vor und nutzen eine Vielzahl an Qualitätsmessungen, Befragungen und Inputs aus Beobachtungen und Rückmeldungen mit dem Ziel einer kontinuierlichen Qualitätssicherung und -entwicklung.
Und wie steht es nun um die Qualität im KSU?
Die Qualitätsmessungen, Audits und Rückmeldungen unserer Patient:innen wie auch von Patientenschutzorganisationen attestieren dem KSU eine gute Qualität. So liegt beispielsweise der Zufriedenheitswert unserer Patientenbefragung bei 4.6 von möglichen 5 Punkten. Dies ist auch im Benchmark ein sehr guter Wert. Natürlich läuft auch im KSU nicht immer alles optimal. Der Weg ist nie zu Ende, und es gibt immer Prozesse zu optimieren.
Qualitätsaudit stützt Qualitätsstrategie
Das KSU verfügt über eine klare Qualitätsstrategie, um die Qualität zu sichern und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Aufgrund dieser Strategie haben wir uns für die Pilotaudits des nationalen Qualitätsvertrags gemeldet. Das Audit fand im Herbst 2025 statt. Das Ergebnis fiel erfreulich aus. Zum einen wird dem KSU eine klare, verankerte und gelebte Qualitätsstrategie und Qualitätskultur, ein hohes Engagement der Mitarbeitenden und eine Stärke in den raschen und kurzen Kommunikationswegen attestiert. Die Auditoren haben auch Potenzial aufgezeigt, beispielsweise die Stärkung des übergreifenden Prozessmanagements, der Überprüfung von Massnahmen sowie der internen Kommunikation der Qualitätsaktivitäten. Dies deckt sich mit unserer aktuellen Qualitätsstrategie und den laufenden Projekten und stärkt uns damit in unserem weiteren Vorgehen.