«Mit ReAktiv begleiten wir die Betroffenen von der Vorbereitung über die Operation bis zur Rückkehr in den Alltag», erklärt Dr. med. Simone Cober, Chefärztin Orthopädie am KSU. Grundlage dafür bilden klar definierte Prozesse, die nach internationalen medizinischen Richtlinien entwickelt wurden. «Vor, während und nach einer Operation sind Abläufe und Schnittstellen zwischen allen Beteiligten eng aufeinander abgestimmt – von der Pflege über die Anästhesie und Physiotherapie bis hin zur ärztlichen Betreuung.» Die enge Zusammenarbeit trägt dazu bei, Komplikationen zu reduzieren, die Schmerztherapie individuell abzustimmen und die Genesung insgesamt zu unterstützen.
Gut informiert und aktiv beteiligt
Ein zentrales Element von ReAktiv ist die aktive Rolle der Patientinnen und Patienten. Schon vor dem Eingriff werden sie durch die operierende Ärztin oder den operierenden Arzt umfassend über den gesamten Ablauf informiert und erhalten ein Handbuch mit praktischen Hinweisen. «So wissen die Patientinnen und Patienten jederzeit, was auf sie zukommt», erklärt Dr. Cober.
In der Physiotherapie werden Bewegungsabläufe geübt, damit die Mobilisation – die bereits am Operationstag beginnt – leichter fällt. «Viele Menschen gehen davon aus, dass sie nach einer Operation vor allem liegen müssen. Dabei ist es für die Genesung entscheidend, möglichst früh wieder in Bewegung zu kommen», betont die Chefärztin.
Sicherheit beim Austritt
Ein weiterer Vorteil von ReAktiv ist der kürzere Spitalaufenthalt. «Bei standardisierten Operationen wie dem Einsatz von Hüft- oder Kniegelenken soll die Aufenthaltsdauer nicht länger sein als notwendig», erklärt Dr. Cober. Ebenso wichtig sei es aber, Sorgen ernst zu nehmen: «Wir schicken niemanden zu früh nach Hause. Der Austritt erfolgt erst, wenn es aus medizinischer Sicht verantwortbar ist. Das Handbuch gibt den Patientinnen und Patienten zusätzliche Sicherheit und begleitet sie auch nach dem Austritt.»
Blick in die Zukunft
Noch beschränkt sich ReAktiv am KSU auf Gelenkersatz-Operationen. Doch die Erfahrungen sind vielversprechend. «Wir prüfen, ob sich das Konzept auch bei weiteren Eingriffen anwenden lässt», sagt Dr. Cober. Sie betont, dass das strukturierte Vorgehen auch für Notfallpatientinnen und -patienten sinnvoll ist: Zwar entfällt hier der erste Schritt mit der Physiotherapie, doch klare Konzepte für die Nachbehandlung seien in jedem Fall von grossem Nutzen.