Stieger studierte Medizin in Fribourg und Bern und schloss ihr Studium 2011 ab. 2014 erhielt sie den Doktortitel. Bereits ab 2011 arbeitete sie am Luzerner Kantonsspital (LUKS) als Assistenz- und später Oberärztin. Zuletzt war sie leitende Oberärztin im Spital Männedorf. In ihrer Laufbahn sammelte sie viel Führungserfahrung – etwa in der vollständigen OP- und Dienstplanung sowie beim Coaching von Pflege- und Assistenzarztteams im LUKS. «Das aktive Mitgestalten und die Teamführung haben mir immer grossen Spass gemacht», sagt Stieger.
Die neue Chefärztin ist breit aufgestellt und trägt den Schwerpunkttitel der Viszeralchirurgie. Sie deckt ein grosses operatives Spektrum ab. «Im Mittelpunkt steht für mich die Patientin und der Patient», sagt sie. Besonders wichtig ist ihr die Zusammenarbeit über Berufsgruppen und Fachbereiche hinweg. Diese Interdisziplinarität habe sie bereits am LUKS schätzen gelernt. In einem kleineren Haus wie dem KSU seien die Wege kürzer, was allen Beteiligten zugutekommt.
Als ehemaliges Vorstandsmitglied und langjährige Vizepräsidentin im Forum Junge Chirurgie engagierte sie sich über zehn Jahre für die Aus- und Weiterbildung. «Gerade beim Fachkräftemangel ist es entscheidend, junge Kolleginnen und Kollegen optimal auszubilden und durch ein gutes Arbeitsklima ans Haus zu binden.»
Motivation für den Wechsel ans KSU
Für den Wechsel nach Uri gab es für sie mehrere Gründe. Unter anderem kennt sie aus früheren Positionen bereits viele ihrer zukünftigen Teammitglieder – und hat von ihnen bereits Positives über das Spital erfahren. «Das sind optimale Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit», betont sie. Die moderne Infrastruktur, die zeitgemässe Unternehmenskultur und die Möglichkeit zur Übernahme von organisatorischen Führungsaufgaben haben sie motiviert, sich für diesen Karriereschritt zu entscheiden.
Partnerschaft mit dem LUKS
Die Chirurgie am KSU arbeitet wie viele andere Fachbereiche eng mit dem LUKS zusammen. Diese Zusammenarbeit will die neue Chefärztin stärken. Bei hochspezialisierten Eingriffen, die nicht am KSU möglich sind – etwa an der Bauchspeicheldrüse oder am Rektum – wird Stieger die Patientinnen und Patienten in Uri von Beginn an betreuen. Sie beurteilt den Fall, leitet Abklärungen ein, führt das Aufklärungsgespräch und operiert anschliessend gemeinsam mit dem LUKS-Team in Luzern. «So bleibt die primäre Ansprechperson immer dieselbe.» In Luzern wendet sie bei geeigneten Eingriffen auch die roboterassistierte Chirurgie an, beispielsweise bei komplexen Bauchwandhernien.
Fortunat von Planta, Spitaldirektor, sagt: «Wir sind stolz, dass wir mit Claudia Stieger eine ausgewiesene Fach- und Führungsperson gewonnen haben und freuen uns darauf, zusammen mit ihr die Zukunft der Chirurgie im KSU zu gestalten. Unter anderem werden mit dem Stellenantritt von Claudia Stieger bisher unterversorgte Leistungsbereiche, wie beispielsweise die Proktologie, ausgebaut.»
Privater Ausgleich
Neben der Arbeit spielt Musik in Stiegers Leben eine grosse Rolle. Als Mitglied einer Guggenmusik in Luzern spielt sie Posaune und näht ihre Kostüme selbst. Ausgleich findet sie auch beim Reisen oder während sie mit ihren drei Patenkindern Zeit in der Natur verbringt.