Bei der Pandemiebewältigung stand das Kantonsspital Uri (KSU) im Jahr 2021 abermals im Fokus von Politik und Gesellschaft. Dazu beigetragen hat sicher unsere Bereitschaft, im Zusammenhang mit der Pandemiebekämpfung im Kanton Uri zahlreiche aufwendige Aufgaben zu übernehmen und weiterzuführen. Dazu gehören die Teststation und das Impfzentrum. Diese zusätzlichen Aufgaben und die damit verbundenen Anpassungen unserer Ablauforganisation waren für alle Mitarbeitenden aufwendig und ermüdend. Dabei geht oft vergessen, dass nebst der Pandemiebewältigung das bewährte Tagesgeschäft zu erledigen war und dass mit dem Neubau viele komplexe Projektaufgaben am Laufen waren. Auch deshalb ist es bemerkenswert, dass das KSU für das Jahr 2021 ein positives Ergebnis ausweisen kann, dass die Arbeit am Patienten in hoher Qualität erbracht wurde, und dass es bei den vielen Projekten rund um den Neubau weder Verzögerungen noch Budgetüberschreitungen gibt. Auf der anderen Seite hat Covid-19 auch positive Nebenwirkungen mit sich gebracht. So erklärte Bundesrat Alain Berset am 27. Mai 2021 anlässlich eines Besuchs im KSU, dass ein dezentralisiertes Gesundheitssystem die Effizienz unseres Gesundheitssystems nicht verhindere, das Gegenteil sei der Fall. Es scheint, dass die Gesundheitspolitiker in der Schweiz aufgrund der Pandemie ganz allgemein erkannt haben, dass ein voreiliger Reformkurs zulasten der Randregionen nicht zielführend ist.
Das Jahr 2022 wird erneut grosse Herausforderungen mit sich bringen. Die erwünschte Normalität im Arbeitsalltag wird nicht so rasch zurückkehren. Der Bezug des Neubaus ist aus logistischer und technologischer Sicht eine bisher nicht gekannte Herausforderung für unser Spital. Wir begegnen dieser Herausforderung mit viel Respekt, aber auch mit viel Zuversicht, konnten wir doch in den vergangenen sechs Jahren unzählige Probleme lösen und Herausforderungen meistern. Im Rahmen von Pilotphasen, Tests und frühzeitiger Einführung neuer Geräte und Arbeitsabläufe ist es uns gelungen, einen Teil unserer zukünftigen Arbeitswelt vorzeitig zu implementieren. In den kommenden Wochen finden zudem gezielte Schulungen und Rundgänge mit den Mitarbeitenden statt, und für die Umzugsphase im Monat Juli gibt es ein detailliertes Drehbuch. Die Eröffnungsfeierlichkeiten im Juni und die damit verbundene hohe Medienpräsenz ist eine einmalige Chance, um der Urner Bevölkerung aufzuzeigen, dass der Neubau eine weitsichtige Investition ist. Mit dem Neubau ist die mittlerweile 150-jährige Geschichte der spitalbasierten medizinischen und pflegerischen Grundversorgung im Kanton Uri für weitere Jahrzehnte gesichert.
Die rund 600 Mitarbeitenden des KSU freuen sich auf den Umzug, wie der im Frühjahr 2021 durchgeführten Mitarbeiterbefragung entnommen werden kann. So wurde die Aussage «Generell freue ich mich auf den Neubau» mit hohen 85 von 100 Punkten bewertet.
Mit dem Bezug des Neubaus werden auch die Kosten für das KSU steigen. So steigen die Abschreibungen deutlich an, und nach dem Bezug des Umbaus wird auch die Nutzungsgebühr wesentlich erhöht. Diese zusätzlichen Kosten können gemäss Entwicklungs- und Finanzplan mit optimaleren Arbeitsabläufen und einer Rückgewinnung von Patienten wettgemacht werden. Zu hoffen ist, dass die Spitalfinanzierung durch den Bundesgesetzgeber nicht abermals zuungunsten der Spitäler angepasst wird.
Der Urner Landrat hat im November 2021 zum Ausdruck gebracht, dass das Vertrauen ins KSU gross ist und dass die Bevölkerung mit der Leistungserbringung zufrieden ist. Der vom Regierungsrat vorgelegte Leistungsauftrag wurde ohne Änderungen und ohne Gegenstimme gutgeheissen. Dies bedeutet, dass das KSU während der nächsten vier Jahre am bewährten Leistungsportfolio festhalten kann. Festhalten wird das KSU ebenso an der bewährten Zusammenarbeit mit dem Luzerner Kantonsspital (LUKS). Mittlerweile werden in insgesamt 16 medizinischen Disziplinen bzw. Subdisziplinen die Leistungen ganz oder teilweise durch Fachärzte des LUKS erbracht, wobei in den letzten drei Jahren keine zusätzlichen Disziplinen dazugekommen sind. Hingegen wurde die Zusammenarbeit in der Kardiologie und der Gastroenterologie weiter gestärkt, sodass die zwischenzeitlich vorhandenen Wartezeiten für Patientinnen und Patienten beseitigt werden konnten. Die enge Zusammenarbeit mit dem LUKS ist aus qualitativer und betriebsökonomischer Sicht in vielen Disziplinen entscheidend für eine wirksame, zweckmässige und wirtschaftliche Leistungserbringung. Unter anderem sichert sich das KSU so den Zugang zur spezialisierten Medizin und zu geeigneten Nachwuchskräften in der Medizin und der Spezialpflege.
Das Jahr 2022 wird ein spezielles Jahr für das KSU. Die Zuversicht ist gross, die Vorfreude auf den Bezug des Neubaus ebenso. Die Pandemie wird diese Freude nicht (mehr) beeinträchtigen, und es wird viele Gelegenheiten geben, mit Stolz auf die geleisteten Arbeiten der letzten Jahre zurückzublicken und uns gegenüber der Öffentlichkeit im besten Licht zu präsentieren. Das Jahr 2022 wird das Jahr des KSU!