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Geschäftsbericht 2020

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Erwarteter Verlust

Das Kantonsspital Uri (KSU) verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust in der Höhe von 961’000 Franken. Die Ursachen des ungünstigen Geschäftsverlaufs liegen in der Coronavirus-Pandemie.

Das Jahr 2020 ist aus finanzieller Sicht sehr gut angelaufen. Die ersten beiden Monate lagen deutlich über den Budgetwerten, bevor das KSU im März und April aufgrund des bundesrätlichen Lockdowns nur noch medizinisch dringende Leistungen erbringen durfte. Die damit verbundenen finanziellen Folgen waren gross, sie konnten bis Ende Jahr nicht vollständig wettgemacht werden. Insgesamt sank der stationäre Ertrag gegenüber dem Vorjahr um 2.4 Mio. Franken (-6.1 %) und der ambulante Ertrag um 601’000 Franken (-3.5 %). Der Ertrag aus der Langzeitpflege lag um 1’186’000 Franken tiefer als im Jahr 2019, was auf die Schliessung der Langzeitpflege am KSU (Geriatrie) zurückzuführen ist. Auf der anderen Seite konnte der Aufwand ebenfalls deutlich reduziert werden, was zu einem grossen Teil auf gezielte Sparmassnahmen zurückzuführen ist. So fielen der Lohnaufwand 327’000 Franken und der medizinische Bedarf 153’000 Franken tiefer aus als im Jahr 2019. Aus der Arbeitslosenversicherung konnte aufgrund der Kurzarbeit im April ein Betrag von 585’000 Franken ausgelöst werden, was auf die konsequente Umsetzung der Vorgaben des Bundes zurückzuführen ist. Dass die Einsparungen beim medizinischen Bedarf nicht höher sind, liegt in den nicht budgetierten Ausgaben, welche im Zusammenhang mit den Vorhalte- und Infrastrukturleistungen zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie stehen. Diese Kosten in der Höhe von 886’000 Franken wurden jedoch vom Kanton übernommen, was unter dem übrigen Betriebsertrag verbucht wurde. Die Abschreibungen sind mit 1.423 Mio. Franken auf einem historischen Tiefstwert.

Der operative Gewinn (EBITDAR) beträgt 3.193 Mio. Franken oder 4.8 %. Dieser Betrag reicht icht aus, damit die bestehende Infrastruktur über Abschreibungen amortisiert und über die Nutzungsgebühr bezahlt werden kann, was mit dem negativen Jahresergebnis ersichtlich wird. Bis zum Bezug des Umbaus ist sogar eine EBITDAR-Marge von 10 % notwendig, damit das KSU langfristig wettbewerbsfähig bleibt und nachhaltig in Infrastruktur, Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle und medizinische Innovationen investieren und damit die höhere Nutzungsgebühr bezahlt werden kann. Der Spitalrat und die Spitalleitung sind jedoch gestützt auf die mehrjährige Entwicklungs- und Finanzplanung nach wie vor zuversichtlich, dass die finanziellen Ziele langfristig erreicht werden können. Voraussetzung hierfür ist eine faire Spitalfinanzierung, über welche in Bundesbern entschieden wird. Weitere Tarifkürzungen und weitere ordnungspolitische Eingriffe wären aus finanzieller Sicht nicht zu verkraften. 

Dank eines überraschend guten vierten Quartals im stationären Bereich ist das Jahresergebnis vertretbar. Der Verlust von 961’000 Franken ist nicht bedrohend, er kommt jedoch in einem sehr ungünstigen Moment. Denn das KSU muss in den nächsten vier Jahren einen Grossteil der medizin-technischen Infrastruktur ersetzen, wofür im Entwicklungs- und Finanzplan insgesamt 14 Mio. Franken vorgesehen sind. Dass der Verlust nicht höher ausgefallen ist, hängt mit der Kurzarbeitslosenentschädigung, dem Überstundenabbau, dem Beitrag des Kantons zur Bewältigung der Corona-Pandemie, den tiefen Abschreibungen und den vielen Beatmungsstun-den zusammen, welche aufgrund von Covid-19 am KSU erbracht wurden. Der Fakt, dass die Corona-Pandemie zu deutlich weniger medizinischen und therapeutischen Behandlungen geführt hat, darf jedoch nicht ausgeblendet werden. Um die Fixkosten mittelfristig tragen zu können, müssen am KSU wieder mehr Patientinnen und Patienten behandelt werden. Ansonsten droht eine schmerzhafte Korrektur der strategischen und unternehmenspolitischen Ausrichtung. Die Hoffnung, dass die Corona-Pandemie im Sommer überstanden sein wird, gilt auch für das KSU. Das KSU und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden weiterhin ihr Bestes geben, damit die medizinischen Herausforderungen der Pandemie im Kanton Uri möglichst gut gemeistert werden können.

Die Bilanz des KSU weist eine unverändert gesunde Struktur auf. Das Eigenkapital sank um 961’000 Franken auf 6.3 Mio. Franken, bei Aktiven in der Höhe von 22.2 Mio. Franken. Das Fremdkapital beträgt 15.9 Mio. Franken. Die Liquidität reicht aus, um den kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten nachzukommen.

Helen Simmen Langenberg
Leiterin Betriebswirtschaft

Fortunat von Planta
Spitaldirektor