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Corona-Impfung – ja oder nein?

Soll ich mich gegen Covid-19 impfen lassen? Unsere Fachärztin für Infektiologie vertritt ganz klar ein «Ja»! Hören oder Lesen Sie weshalb:

Video «Interview mit Dr. med. Constantine Bloch-Infanger»

Video «Vortrag von Dr. med. Constantine Bloch-Infanger»

Die menschliche Zelle

Jede menschliche Zelle verfügt über einen Zellkern mit DNA, dem genetischen Code. Diese DNA kann den Zellkern nicht verlassen, aber sie kann eine transportierbare Kopie davon herstellen und diese heisst mRNA (Messenger-RNA). Die mRNA verlässt den Zellkern und wandert in ein Ribosom, die «Fabrik» der Zelle, welche die mRNA liest und anhand dieses Bauplans Proteine, die Bausteine der Zelle, herstellt.

Das Corona-Virus besteht aus einer Hülle, RNA (das ist der genetische Codes des Virus) und Spikes (das sind Oberflächenproteine mit denen ein Virus an unseren Zellen andocken kann). Kommt nun das Corona-Virus, dockt es an die menschliche Zelle an und entlässt seine RNA in die Zelle. Diese wandert ins Ribosom (Fabrik), «kapert» das Ribosom und stellt dadurch ganz viele neue Viren mit seiner RNA her. Diese Viren wiederum verlassen die Zelle, wobei die Zelle oft zerstört wird und dringen in andere Zellen ein. Mit dem Corona-Virus gelangt also fremde RNA in unsere Zellen und stellt zahllose Kopien von sich selber her.

Wie funktioniert die «gewöhnliche» Impfung?

Bei der gewöhnlichen Impfung werden mittels Spritze Bestandteile des Virus (oft die Spikes der Virusoberfläche) in den Körper gebracht. Zellen in unserem Immunsystem nehmen diese Bestandteile auf und animieren wiederum andere Zellen in unserem Immunsystem dazu, Antikörper, also spezialisierte Waffen gegen genau diese «fremden Bestandteile» zu bilden.

Dringt nun das wirkliche Virus in den Körper ein, so hat der Körper die passenden Waffen schon bereit, erkennt das Virus und zerstört es, ohne dass wir erkranken.

Und die mRNA-Impfung?

Bei der mRNA-Imfpung werden anstatt Virusbestandteile kurze mRNA-Stücke, auf denen das Rezept für diese Spikes steht, in den Körper gespritzt. Nun wandert die mRNA in Zellen in unserem Immunsystem, dieses stellt die Spikes her und animiert damit wiederum die anderen Zellen gegen diese fremden Spikes Antikörper zu bilden und damit das Virus unschädlich zu machen.

Besteht das Risiko, dass mRNA in unsere DNA eingebaut wird?

Nein. mRNA wird bereits seit 60 Jahre erforscht und betrieben. mRNA ist also wissenschaftlich gut untersucht.

Regelmässig liegt auch mRNA in uns vor (z.B. bei jedem Schnupfen) und es wir nicht in unser Genmaterial eingebaut, denn die mRNA kann nicht in unseren Zellkern eindringen. Dieser ist vom Rest der Zelle abgetrennt. Und mRNA kann nicht in DNA zurückkopiert werden.

Wurde der mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 «schnell-schnell» erfunden?

Nein. Mit mRNA-Imfpstoffen wird bereits seit rund 30 Jahren Forschung betrieben. Sie wurden bereits für diverse andere Krankheiten (z.B. in der Krebstherapie) hergestellt.

Es ist allerdings richtig, dass der Covid-19 Impfstoff auf Basis mRNA der erste ist, der breit in der Bevölkerung angewendet wird.

Die «beschleunigte Zulassung», mit der die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna zugelassen wurden, bedeutet einfach, dass mit der administrativen Arbeit bereits begonnen werden konnte, bevor alle Studien abgeschlossen waren. Ein Vergleich: Für die Pfizer/Biontec-Impfung wurden ca. 43'000 Personen im Rahmen von Arzneimittelstudien geimpft, für die Moderna-Impfung ca. 30'000 Personen. Für den Impfstoff Pandemrix (Schweinegrippe 2009) wurden 2000 Personen im Rahmen einer Studie geimpft und daraufhin der Impfstoff zugelassen.

Nebenwirkungen der Corona-Impfung

Am häufigsten finden sich lokale Reaktionen um die Einstichstelle. Bei knapp 10% der Geimpften kann eine Impfreaktion (Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen) auftreten. Die Impfreaktion ist Ausdruck davon, dass das Immunsystem aktiviert wurde. In der Regel dauert eine Impfreaktion 1-2 Tage und ist mit Paracetamol gut behandelbar. Die Impfreaktion scheint bei mRNA-Impfstoffen etwas häufiger zu sein, als bei anderen Impfstoffen.

Bei 4 (von 43'000) Studienteilnehmern kam es zu schweren Nebenwirkungen wie z.B. eine vorübergehende Beinlähmung oder Herzrhythmusstörungen. Diese Nebenwirkungen waren in der Placebogruppe gleich häufig wie in der Impfstoffgruppe.

Gibt es gehäufte Todesfälle nach der Impfung?

In Luzern verstarb eine 91-jährige Person wenige Tage nach der Impfung, diese Person war schwer krank und der Tod nicht unerwartet, ein Zusammenhang mit der Impfung konnte nicht festgestellt werden. Die Chance, dass auch einmal jemand kurz nach (aber nicht wegen) der Impfung stirbt ist also sehr hoch.

In Deutschland wurden im Zusammenhang mit einem Impfstoff gegen Coronaviren vereinzelt Fälle von Blutgerinnseln im Hirn (Sinusvenenthrombose) gesehen. Dieser Impfstoff ist aber aktuell in der Schweiz nicht zugelassen und wird daher auch nicht verwendet.

Besteht ein Risiko für Unfruchtbarkeit?

Seit es Impfungen gibt werden Behauptungen vom Zusammenhang von Impfung und Unfruchtbarkeit aufgestellt. Es geht um die folgenden zwei Gedanken:

  • Dem Impfstoff sind Hormone beigemischt, die unfruchtbar machen. So soll die Vermehrung bestimmter Bevölkerungsgruppen verhindert werden. Diese Behauptung gehört klar zu den Verschwörungsmythen.
  • Der genetische Code, der das Spike-Protein auf der Virusoberfläche codiert, soll Ähnlichkeiten mit dem Hormon «Syncytin-1» haben. Dieses Hormon ist nötig für die Bildung der Placenta (des Mutterkuchens). Die Impfung soll nun dazu führen, dass der Körper nicht nur das Virus, sondern auch Syncytin-1 bekämpft, dann könnte keine Placenta gebildet werden. Diese Überlegungen sind aus zwei Gründen falsch:

Erstens, infiziert man sich mit SARS-CoV-2, dann lernt der Körper das gleiche Spike-Protein kennen und bekämpft es. Dementsprechend müsste auch nach einer Infektion mit Coronaviren der Körper Syncytin-1 bekämpfen und man könnte nicht schwanger werden. Die Tatsache, dass die Zahl von Schwangerschaften aber auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen in den letzten Monaten zugenommen haben, zeigt, dass dem nicht so ist.

Zweitens, ein Vergleich eines Stücks der Aminosäuresequenz des Spike-Proteins mit Syncytin-1 zeigt vereinzelte Gemeinsamkeiten, die «ähnlichste Stelle» dieses mehrere Zeilen langen Codes sind 3 aufeinanderfolgende Aminosäuren. Das sieht schon etwas ähnlich aus – jedoch ist z.B. ein Teil der Aminosäurensequenz eines ganz normalen Schnupfenvirus eigentlich noch ähnlicher zu Syncytin-1 – und machen wir uns nach einem Schnupfen Sorgen, dass wir nun unfruchtbar sein könnten? Nein, denn die Erfahrung zeigt, dass es nicht so ist!

Was sind Langzeitfolgen?

Langzeitfolgen sind schwerwiegende Folgen, die über lange Zeit bestehen – solche wurden bereits bei Impfungen beobachtet. Jeder Einzelfall einer Langzeitfolge ist traurig. Aber wenn man vergleicht, wieviel Erkrankungs- und Todesfälle sich durch die Impfung vermeiden lassen und diese Zahl mit den Fällen von Langzeitfolgen vergleicht, ist es eindeutig, dass der Nutzen der Impfung den potentiellen Schaden einer (bisher noch nicht bekannten) Langzeitfolge um ein Vielfaches aufwiegt.

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