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Nähe schafft Gesundheit. Ihr Spital in der Region.

Mittwoch, 30. August 2017

Die Regionalspitäler der Zentralschweiz sowie von Glarus haben sich der Vereinigung «Nähe schafft Gesundheit. Ihr Spital in der Region» angeschlossen. Der Verbund wehrt sich dagegen, dass mit immer mehr praxisfernen Vorschriften, Auflagen, Anforderungen und Zentralisierungsbestrebungen die gut funktionierende und qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung in den Regionen der Zentralschweiz sowie im Kanton Glarus zum Leidwesen einer nahen, schnellen und kompetenten Gesundheitsversorgung der Bevölkerung geschwächt wird.

In seiner Begrüssung betonte Fortunat von Planta, Spitaldirektor Kantonsspital Uri, dass seit geraumer Zeit im schweizerischen Spitalwesen Entwicklungen stattfinden, die die bewährte und intakte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gefährden. So werden die Spitäler mit immer mehr und immer engeren regulatorischen Bedingungen daran gehindert, die regionale Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im gewünschten Rahmen aufrechtzuerhalten. Zwei Beispiele dafür sind die Vorgaben der Interkantonalen Vereinbarung für die hoch spezialisierte Medizin (IVHSM) sowie die Vorgaben der kantonalen Spitalleistungsgruppenkataloge (SPLG). Diese sind vor allem an Strukturqualität statt an Ergebnisqualität orientiert. Für die Gesundheitsversorgung sind jedoch nicht praxisferne Vorgaben entscheidend, sondern das Ergebnis der an den Patienten erbrachten medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Leistungen.

Dr. med. Roger Schlüchter, Ärztlicher Direktor Spital Schwyz, Chefarzt Chirurgie, ergänzte, dass «die Zentralisierung in einigen Bereichen sicher ihre Berechtigung hat, die pauschale Höhergewichtung von zentralisierten Leistungen auf Kosten der regionalen Versorgung jedoch an der tagtäglichen Praxis in Regionalspitälern vorbeigeht.» Die ausufernden Vorgaben im Bereich HSM sowie aus den Leistungsgruppenkatalogen würden das hohe Niveau in den Regionalspitälern zu wenig berücksichtigen und gefährdeten somit deren Existenz und damit die qualitativ hochstehende Versorgung der Bevölkerung in den Regionen.

Aus der Sicht als Medizinischer Direktor der Klinik St. Anna/LU betonte Martin Nufer, dass die IVHSM-Vorgaben die Ziele des Krankenversicherungsgesetzes torpedieren. So würden die Vorgaben weder die Wettbewerbsfähigkeit noch die medizinische Qualität und schon gar nicht zu einer Kostensenkung beitragen.

Matthias Winistörfer, Spitaldirektor Zuger Kantonsspital, verdeutlichte an konkreten Unfallbeispielen, dass sich die HSM-Vorgaben nicht nur hinderlich, sondern auch gesundheitsgefährdent auf die Unfallopfer sowie kostentreibend auswirken könnten.

«Als Hausarzt und Kantonspolitiker kenne ich die Gesundheitspolitik in unserem Land aus verschiedenen Blickwinkeln. Mein Fazit lautet: Ja zu Regionalspitälern!», erklärte abschliessend Leo Spichtig, Alpnach, als Vertreter der Hausärzte sowie als Kantonsrat CSP/OW. «Wichtig», so Spichtig weiter, «sind mir auch die lokale, regionale Wertschöpfung eines Spitals sowie die Verantwortung der Politiker und der Bevölkerung, eine vernünftige Gesundheitspolitik zu gestalten. Dies mit dem Hinweis, dass Qualität immer vor Quantität kommt.»

Was ist also aus Sicht der Regionalspitäler zum Erhalt der guten medizinischen Versorgung
der Bevölkerung zu tun?
Die Regionalspitäler wollen nicht hochspezialisierte Medizin in ihren Spitälern anbieten, fordern jedoch, dass

  1. sich die Interkantonale Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin (IVHSM)
    auf ihre Kernaufgabe zurückbesinnt und die Definition hochspezialisiert nicht ausweitet.
  2. die Leistungsgruppenkataloge der Kantone regionalisiert werden.
  3. Ergebnis- vor Strukturqualität gestellt wird.

Die Spitalgemeinschaft wird sich in Zukunft zunehmend in die gesundheitspolitische Diskussion einmischen und die immer neuen Anforderungen und Regulierungen hinterfragen, um Schaden von den Patientinnen und Patienten abzuwenden.


Mehr Informationen finden Sie unter www.regionalspitaeler.ch


Für Fragen und Auskünfte steht Ihnen zur Verfügung:
Fortunat von Planta  
Spitaldirektor Kantonsspital Uri, 
Präsident Spitäler Zentralschweiz
041 875 51 27

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Im Notfall
144

Hausärztlicher Notfalldienst

041 870 03 03

Tox–Zentrum

145

Zentrale Kantonsspital Uri

041 875 51 51

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