Breadcrumb Navigation

Eine bewährte Pflegeinstitution schliesst ihre Tore endgültig

Dienstag, 29. Oktober 2019

Ende Juni 2020 wird die im Volksmund unter dem Namen «Geriatrie» bekannte Pflegestation des Kantonsspitals Uri (KSU) endgültig geschlossen. Damit endet eine seit Jahrzehnten mit viel Wissen und Liebe betreute Langzeitpflege, die immer weniger in Anspruch genommen wurde.

Nach dem Gesetz über die Langzeitpflege stellen die Gemeinden für ihre Wohnbevölkerung die Versorgung in der stationären Langzeitpflege sicher. Der Kanton gewährleistet hingegen die ambulante Langzeitpflege und die Spitalversorgung. Vor diesem Hintergrund entschied der Kanton in Zusammenarbeit mit dem KSU bereits im Frühjahr 2013, spätestens mit der Inbetriebnahme des Neubaus im KSU keine stationären Langzeitpflegeplätze mehr anzubieten. In der Folge informierte das zuständige kantonale Amt die Einwohnergemeinden und die kantonalen Pflegeinstitutionen über die absehbare Schliessung der Langzeitpflege im KSU. Bei der Überarbeitung der Urner Pflegeheimplanung 2016 wurde der Wegfall der vom KSU angebotenen Langzeitpflegeplätze entsprechend berücksichtigt. Der Regierungsrat orientierte im Verlauf der beiden Volksabstimmungen zum Neubau des KSU Landrat und Bevölkerung über diese Entwicklung.

Starke Abnahme der Nachfrage

Seit 2013 schloss das KSU mangels Nachfrage zwei der drei Langzeitpflegestationen. Von den ursprünglich 39 Langzeitpflegeplätzen werden heute noch 16 betrieben. Im Durchschnitt nehmen bisher noch sechs Personen die Langzeitpflege in Anspruch. Zusätzlich können drei bis sieben Bewohnerinnen und Bewohner als Kurzzeitpatientinnen beziehungsweise -patienten betrachten werden; sie wechseln in ihr «Wunschpflegeheim», sobald dort ein Bett frei wird.

Rechtzeitig sind auch die Mitarbeitenden des KSU über die geplante Schliessung der Langzeitpflegeabteilung in Kenntnis gesetzt worden. Entsprechend orientiert sich seither das Fachpersonal am Arbeitsmarkt. Die Spitalleitung ist jedoch sehr darum bemüht, die notwendige Qualität für die stationäre Langzeitpflege bis am 30. Juni 2020 zu gewährleisten.

Gesicherte Versorgung

Aktuell befinden sich in der Geriatrie keine Bewohnerinnen und Bewohner, die aus medizinischer Sicht im KSU behandelt werden müssen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner können zurzeit durch das Fachpersonal einer anderen Urner Pflegeeinrichtung betreut werden. In jedem Fall wird zusammen mit den Angehörigen nach der bestmöglichen Lösung gesucht. Diese Aufgabe übernimmt spitalintern der Sozialdienst, der bereits heute im engen Kontakt mit den Angehörigen steht.

Das KSU wird auch in Zukunft Patientinnen und Patienten aufnehmen, die auf eine Langzeitpflege mit erhöhter ärztlicher Betreuung angewiesen sind. Damit wird sichergestellt, dass solche Patientinnen und Patienten nicht ausserkantonal untergebracht werden müssen. Im Rahmen der bestehenden Gesetzgebung erarbeitet das KSU aktuell mit den Einwohnergemeinden eine Lösung. Der Kontakt zu den Gemeinden, die für die Langzeitpflege und somit für die Finanzierung zuständig sind, war Mitte 2018 über den Gemeindeverband hergestellt worden.

Dank

Die Spitalleitung dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Langzeitpflege und der Aktivierungstherapie für ihre wertvolle Arbeit zugunsten der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Mitarbeitenden leisteten in den letzten Jahren trotz der unsicheren Entwicklung eine qualitativ und menschlich hervorragende Arbeit. Die Veränderungen, die der Um- und Neubau mit sich bringt, ermöglicht, dass die meisten Mitarbeitenden im Akutspital eine andere Stelle antreten können.

Foto

Die mit viel Wissen und Liebe betreute Langzeitpflege am KSU wird per Ende Juni 2020 endgültig geschlossen.

Kontakt

Fortunat von Planta

Spitaldirektor

Tel. 041 875 51 27            

 

 

Schliessen
Im Notfall
144

Hausärztlicher Notfalldienst

041 870 03 03

Tox–Zentrum

145

Zentrale Kantonsspital Uri

041 875 51 51

Wichtige Links