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Jahresergebnis des Kantonsspitals Uri wie erwartet mit Verlust

Mittwoch, 7. April 2021

Das Kantonsspital Uri (KSU) verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust in der Höhe von 961'000 Franken, der tiefer ausfiel als erwartet. Die Ursachen des ungünstigen Geschäftsverlaufs liegen in der Corona-Pandemie.

Das Jahr 2020 ist aus finanzieller Sicht sehr gut angelaufen. Die ersten beiden Monate lagen deutlich über den Budgetwerten, bevor das KSU im März und April aufgrund des bundesrätlichen Lockdowns nur noch medizinisch dringende Leistungen erbringen durfte. Die damit verbundenen finanziellen Folgen waren gross. Sie konnten bis Ende Jahr nicht vollständig wettgemacht werden. Insgesamt sank der stationäre Ertrag gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Mio. Franken (-6,1%) und der ambulante Ertrag um 601'000 Franken (-3,5%). Der Ertrag aus der Langzeitpflege lag um 1'186'000 Franken tiefer als im Jahr 2019, was auf die Schliessung der Langzeitpflege am KSU (Geriatrie) zurückzuführen ist. Auf der anderen Seite konnte der Aufwand ebenfalls deutlich reduziert werden, was zu einem grossen Teil auf gezielte Sparmassnahmen zurückzuführen ist. So fiel der Lohnaufwand 327'000 und der medizinische Bedarf 153'000 Franken tiefer aus als im Jahr 2019. Aus der Arbeitslosenversicherung konnte aufgrund der Kurzarbeit im April ein Betrag von 585'000 Franken ausgelöst werden, dank der konsequenten Umsetzung der Vorgaben des Bundes. Dass die Einsparungen beim medizinischen Bedarf nicht höher sind, liegt in den nicht budgetierten Ausgaben, welche im Zusammenhang mit den Vorhalte- und Infrastrukturleistungen zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie stehen. Diese Kosten in der Höhe von 886'000 Franken wurden jedoch vom Kanton übernommen, was unter dem übrigen Betriebsertrag verbucht wurde. Die Abschreibungen sind mit 1,423 Mio. Franken auf einem historischen Tiefstwert. 

Operativer Gewinn nicht ausreichend 

Der operative Gewinn (EBITDAR) beträgt 3,193 Mio. Franken oder 4.8 Prozent. Dieser Betrag reicht nicht aus, damit die bestehende Infrastruktur über Abschreibungen amortisiert und über die Nutzungsgebühr bezahlt werden kann. Dies wird mit dem negativen Jahresergebnis ersichtlich. Bis zum Bezug des Umbaus ist sogar eine EBITDAR-Marge von 10 Prozent notwendig. Nur auf diese Weise kann das KSU langfristig wettbewerbsfähig bleiben, nachhaltig in Infrastruktur, Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle und medizinische Innovationen investieren und damit die höhere Nutzungsgebühr bezahlen. Der Spitalrat und die Spitalleitung sind jedoch, gestützt auf die mehrjährige Entwicklungs- und Finanzplanung, nach wie vor zuversichtlich, dass die finanziellen Ziele langfristig erreicht werden können. Voraussetzung hierfür ist eine faire Spitalfinanzierung, über welche in Bundesbern entschieden wird. Weitere Tarifkürzungen und weitere ordnungspolitische Eingriffe wären aus finanzieller Sicht nicht zu verkraften.  

Herausforderungen bleiben bestehen 

Der Verlust von 961'000 Franken ist nicht bedrohend. Er kommt jedoch in einem sehr ungünstigen Moment. Denn das KSU muss in den nächsten vier Jahren ein Grossteil der medizintechnischen Infrastruktur ersetzen, wofür im Entwicklungs- und Finanzplan insgesamt 14 Mio. Franken vorgesehen sind. Dass der Verlust nicht höher ausgefallen ist, hängt mit der Kurzarbeitszeitentschädigung, dem Überstundenabbau, dem Beitrag des Kantons zur Bewältigung der Corona-Pandemie, den tiefen Abschreibungen und den vielen Beatmungsstunden zusammen, welche aufgrund von COVID-19 am KSU erbracht wurden. Der Fakt, dass die Corona-Pandemie zu deutlich weniger medizinischen und therapeutischen Behandlungen geführt hat, darf jedoch nicht ausgeblendet werden. Um die Fixkosten mittelfristig tragen zu können, müssen am KSU wieder mehr Patientinnen und Patienten behandelt werden. Ansonsten droht eine schmerzhafte Korrektur der strategischen und unternehmenspolitischen Ausrichtung. Die Hoffnung, dass die Corona-Pandemie im Sommer überstanden sein wird, gilt auch für das KSU. Das KSU und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden weiterhin ihr Bestes geben, damit die medizinischen Herausforderungen der Pandemie im Kanton Uri möglichst gut gemeistert werden können.  

Die Bilanz des KSU weist unverändert eine gesunde Struktur auf. Das Eigenkapital sank um 961’000 Franken auf 6,3 Mio. Franken, bei Aktiven in der Höhe von 22,2 Mio. Franken. Das Fremdkapital beträgt 15,9 Mio. Franken. Die Liquidität reicht aus, um den kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten nachzukommen. 


Foto

Die Ursachen des ungünstigen Geschäftsverlaufs des Kantonsspitals Uri liegen in der Corona-Pandemie.  
© Angel Sanchez

 

Kontaktpersonen

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6460 Altdorf

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Spitaldirektor
Tel. direkt 041 875 51 27
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Tel. direkt 041 875 53 09
Mail. helen.simmenksuri.ch 

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